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Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Niedersachsen

Das Land Niedersachsen unterstützt gemeinsam mit der Wirtschaft die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch Konzepte und Strategien zur Weiterentwicklung einer familienorientierten Arbeitswelt. Auf landespolitischer Ebene werden unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. Dazu gehören unter anderem die Handlungsfelder Kinderbetreuung, Unternehmenskommunikation, Vereinbarkeit im öffentlichen Dienst, pflegende Angehörige, Alleinerziehende und Gleichstellung in der Digitalisierung.

Bera­tungs­ange­bot der Anti­dis­krimi­nierungs­stelle

Eltern mit kleinen Kindern und Leute, die ihre Familien­­ange­­hörigen pflegen und deswegen im Job benach­teiligt werden, können sich von der Anti­dis­krimi­nierungs­stelle des Bundes beraten lassen. Das sieht das so genannte "Verein­­bar­­keits­­richt­­linien­­um­­setzungs­­gesetz" vor, das im Dezember 2022 in Kraft getreten ist. Im Rahmen des so genannten "Maß­­rege­lungs­­verbots" haben Eltern oder Pflegende allerdings nur dann eine Handhabe gegen ihren Arbeit­geber, wenn sie benachteiligt wurden, weil sie einzelne Rechte in Anspruch genommen haben – beispielsweise, wenn sie Eltern­zeit eingereicht haben. Für Dis­krimi­nierungen bei der Job­suche, im Bewerbungs­verfahren und bei Ein­stellungen gilt das Maß­regelungs­verbot aber nicht. Auch können Betroffene ihren Arbeit­geber nur unter hohen Beweis­anfor­derungen auf Schadens­ersatz verklagen. www.antidiskriminierungsstelle.de

Dynamische Familienarbeitszeit: eaf legt Eckpunktepapier vor

Mit einem Eckpunktepapier "Dynamische Familienarbeitszeit" will die Evangelische Arbeitsgemeinschaft Familie (eaf) einen Prozess zur Entwicklung eines neuen zeitpolitischen Instruments anstoßen. Ziel ist die Erarbeitung eines konkreten Konzeptes, das als Forderung an die Politik herangetragen werden soll. Mehr...

Förderung für Frauen am Arbeitsmarkt wird gestärkt

Mit dem Programm RIKA (kurz für Regionale Initiativen und Kooperationen für Frauen am Arbeitsmarkt) fördert das Land Niedersachsen Projekte, die Frauen bessere Chancen am Arbeitsmarkt bieten. Damit möglichst viele Projekte gefördert werden können, stellt die Landesregierung insgesamt 40 Millionen Euro an Landesmitteln und europäischen Mitteln bis 2029 zur Verfügung. Mehr ...

Europäische Vereinbarkeitsrichtlinie: Bundeskabinett stärkt Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf

Die Richtlinie zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für Eltern und pflegende Angehörige legt europaweit verbindliche Standards fest. Sie wurde im Juni 2019 vom Europäischen Rat angenommen und veröffentlicht. Ihr Ziel ist, die Gleichstellung und Chancengleichheit zu fördern und die Rechte von Frauen und Männern in der Europäischen Union weiter zu stärken. Bis August 2022 müssen alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union die Bestimmungen in nationales Recht umsetzen. Das Bundeskabinett hat am 8. Juni einem Gesetz zugestimmt, um die Vorgaben vollständig umzusetzen. Mehr ...

GFMK setzt klare Zeichen für gerechte Verteilung der Sorgearbeit

Die Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren (GFMK) setzt sich für eine gerechte partnerschaftliche Verteilung von Erwerbsarbeit und unbezahlter Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern und eine verbesserte Betreuungsinfrastruktur ein. Dies machten die Vertreterinnen und Vertreter aller 16 Bundesländer mit einem entsprechenden Beschluss im Juni 2021 deutlich. Gerade in Zeiten der Pandemie werden die verstärkten Belastungen für Frauen und der dringende Handlungsbedarf in diesem Bereich deutlich sichtbar. www.gleichstellungsministerkonferenz.de

Teilzeit bleibt weiterhin Frauensache

Ein großer Teil der erwerbstätigen Mütter steckt beruflich zurück. Im Jahr 2020 haben zwei Drittel aller erwerbstätigen Mütter in Teilzeit (65,5%) gearbeitet. Bei Vätern in derselben Situation waren es zuletzt nur 7,1%. Daran hat sich binnen zehn Jahren wenig verändert: 2010 lag die Teilzeitquote von Vätern bei 5,4%, die von Müttern bei 64,2%. Weitere Statistiken zur Vereinbarkeit und zu Belastungen aufgrund der Corona-Pandemie hat das Statistische Bundesamt veröffentlicht. www.destatis.de

Auswirkungen der Covid-19-Pandemie: Insbesondere Mütter arbeiteten häufiger am Wochenende oder abends

Rund 52 Prozent der Mütter mit Kindern unter 14 Jahren haben ihre Arbeitszeit zu Beginn der Pandemie im April 2020 zumindest teilweise auf die Abendstunden oder das Wochenende verlagert. Für Väter traf dies auf rund 31 Prozent zu. Das zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Der Anteil bei Müttern sank bis Oktober 2020 auf rund 26 Prozent, lag im Schnitt aber immer noch deutlich höher als bei Vätern mit rund 18 Prozent.

Quelle: IAB Pressemitteilung vom 20.7.2021

Koordinierungsstellen Frauen und Wirtschaft

Das Land Niedersachsen fördert mit EU- und Landesmitteln 25 "Koordinierungsstellen Frauen und Wirtschaft". Sie sind Anlaufstellen für Frauen in allen berufsbezogenen Fragen, insbesondere für Berufsrückkehrerinnen nach einer familienbedingten Unterbrechung der Berufstätigkeit. Neben der professionellen Beratung von Frauen initiieren und begleiten die Ko-Stellen berufsbezogene und arbeitsmarktorientierte Weiterbildungsangebote in der Region. Mehr als 1.500 überwiegend kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Niedersachsen nutzen den Service der in ihren Regionen gut vernetzten Koordinierungsstellen, die in unserer Adressdatenbank zu finden sind.

Infofächer: Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf

Der doppelseitige Infofächer aus dem Projekt "Gleichstellung sichtbar machen - CEDAW in Niedersachsen" ist eine praktische Beratungsgrundlage für Gleichstellungsbeauftragte und Personalverantwortliche rund um die Themen Schwangerschaft und Elternzeit, Wiedereinstieg, Familie und Finanzen, Kinderbetreuung, Pflege und Beruf, Arbeitszeitgestaltung sowie Netzwerke und Beratungsangebote. Er gibt Auskunft über  wichtige Gesetze, Hinweise zur Umsetzung sowie Tipps und Beispiele aus der Praxis sowie Hinweise auf nützlichen Online-Tools. Die pinkfarbene Seite richtet sich in erster Linie an Gleichstellungsbeauftragte, die grüne Seite ist für die Personalabteilung gedacht. Das Projekt "Gleichstellung sichtbar machen - CEDAW in Niedersachsen" wird vom Niedersächischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gefördert. Den Infofächer gibt es auch online unter www.vereinbarkeit-gestalten.de. Bestellung von Druckexemplaren bitte per Mail an moeker@guv-ev.de.

Familienbewusstsein im Betrieb

Mit guten Argumenten für familienbewusstes Handeln wendet sich eine Broschüre der Landeshauptstadt Hannover an Unternehmen und Betriebe. Sie informiert unter anderem über rechtliche Regelungen zu den Themen Mutterschutz, Elternzeit und Elterngeld sowie Unterstützung des Wiedereinstiegs in den Beruf. Die detaillierte Broschüre stellt auch Dienstleistungen und gesetzliche Regelungen vor, die Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung oder die Versorgung pflegebedürftiger Angehörige ermöglichen. Ein besonderer Schwerpunkt des Wegweisers liegt auf der betrieblichen Kinderbetreuung. Arbeitshilfen und Gesprächsleitfäden erleichtern die Umsetzung familienfreundlicher Maßnahmen in die berufliche Praxis.

Download der Broschüre unter www.hannover.de

Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Krankenhaus

Das Unternehmensnetzwerk Erfolgsfaktor Familie hat gemeinsam mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft einen Leitfaden zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Krankenhaus veröffentlicht. Das deutsche Klinikpersonal berichtet auch unabhängig vom aktuellen Pandemiegeschehen über eine hohe Arbeitsbelastung. Grundsätzlich bestehen in Krankenhäusern trotz des Schichtbetriebs durchaus Verbesserungspotenziale bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Maßnahmen zur Verbesserung der Familienfreundlichkeit steigern die Attraktivität von Arbeitgebenden und diese Familienfreundlichkeit spielt insbesondere bei jüngeren medizinischen und pflegerischen Fachkräften bei der Arbeitsplatzwahl eine immer größer werdende Rolle. Mit einer familienorientierten Kultur werden auch Krankenhäuser zu attraktiven Arbeitgebern. Der Leitfaden gibt dazu viele gute Beispiele, nennt konkrete Umsetzungshilfen und bietet Checklisten sowie praktische Tipps von Expertinnen und Experten.

Download der Broschüre von der Website www.erfolgsfaktor-familie.de

Kinder, Haushalt, Pflege - wer kümmert sich?

Das Bundesfamilienministerium hat ein Dossier zur gesellschaftlichen Dimension einer privaten Frage herausgegeben: Wie ist unbezahlte Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern verteilt? Warum bringen Frauen mehr Zeit für Haushaltsführung, Pflege und Betreuung von Kindern und Erwachsenen sowie ehrenamtliches Engagement und informelle Hilfen auf als Männer? Die Broschüre dient als Grundlage für eine breite gesellschaftliche Diskussion über eine geschlechtergerechte Aufteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit.

Download der Broschüre von der Website des BMFSFJ

"Frauen gewinnen - Arbeitsmarktförderung in Niedersachsen" so lautet der Titel einer Website, die Informationen rund um das Thema Arbeitsmarkt bietet. Neben aktuellen Nachrichten sind auch die Koordinierungsstellen Frauen und Wirtschaft hier zu finden sowie die Förderrichtlinie RIKA (Regionale Initiativen und Kooperationen für Frauen am Arbeitsmarkt), mit der das Land Niedersachsen Projekte fördert, die Frauen bessere Chancen am Arbeitsmarkt bieten. Schauen Sie selbst www.frauen-gewinnen.eu.

Elterngeldrechner

Mütter und Väter können Elterngeld, Eltern­geld­Plus und Partner­schafts­bonus mit­einander kombinieren. Wie das geht, welche Auf­teilung für welche Familie am besten passt und wieviel Eltern­geld dann zur Verfügung steht, das kann mit dem Eltern­geld­rechner im Infor­mations­portal des Bundes­familien­minis­teriums ermittelt werden. www.familienportal.de

Familienpflegezeit

Das Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf schafft individuelle Rahmenbedingungen für unterschiedliche Pflegesituationen. Das Bundes­fami­lien­minis­terium informiert Angehörige über die gesetz­lichen Rege­lungen, finanzielle Unter­stützung und Beratungs­angebote. www.wege-zur-pflege.de

Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie"

Das Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie" ist eine Plattform für Unternehmen, die sich für familienbewusste Personalpolitik interessieren oder bereits engagieren. Es ist eine gemeinsame Initiative des Bundes­fa­mi­lien­minis­teriums und des Deutschen Indus­trie- und Handels­kammer­tages und wird vom Bundes­familien­minis­terium gefördert. Unter­nehmen sollen für die Not­wen­dig­keit und den Nutzen einer besseren Verein­bar­keit von Beruf und Familie sensi­bilisiert und zur Um­setzung von Maß­nahmen im betrieb­lichen Alltag motiviert werden. www.erfolgsfaktor-familie.de

Sorgearbeit fair teilen

Das Bündnis "Sorgearbeit fair teilen" setzt sich für die geschlechter­gerechte Verteilung von Erwerbs- und Sorge­arbeit über den gesamten Lebens­verlauf hinweg ein. Politik, Wirtschaft, Wissen­schaft und Gesell­schaft sollen für die gerechte Verteilung von Sorge­arbeit zwischen den Geschlech­tern auf gesamt­ge­sell­schaft­licher Ebene sensibilisiert werden. Im Bündnis engagieren sich Orga­ni­sationen aus Kirchen, Gewerk­schaften, Frauen-, Männer-, Familien- und Sozial­verbänden sowie aus Selbst­hilfe­initiativen und Stiftungen. www.sorgearbeit-fair-teilen.de