Das Niedersächsische Landesarbeitsforum "Aktive Vaterrolle" nimmt mit einer Reihe von Online-Fachgesprächen Chancen und Herausforderungen der Väterarbeit in den Blick. Unter dem Titel "Väter im Familienalltag: Erziehung, Sorge, Partnerschaft" sind Fachkräfte und alle an Väterarbeit Interessierten dazu eingeladen.
Am 23. Juni 2026 war Sebastian Ramnitz als Experte zu Gast. Er ist Coach und Bildungsreferent zum Thema Rechtsextremismusprävention und Demokratieförderung. Er führt Weiterbildungen und Beratungen vom Kitabereich über kommunale Beratungen bis hin zu gewerkschaftlichen und betrieblichen Beratungen zu diesem Themenbereich durch.
Politische, religiöse, ideologische Konflikte werden in der Gesellschaft zunehmend offener und härter ausgetragen. Das erfahren Fachkräfte in Kita und Schule, Familienbildung und Jugendhilfe in der täglichen Arbeit. Wie wirken Äußerungen von Eltern oder Kindern auf Fachkräfte, wenn sie als extrem, kompromisslos, herabwürdigend oder gar gewaltbereit verstanden werden? Wie können Pädagoginnen und Pädagogen in Kontakt mit Familien bleiben und gleichzeitig für demokratische Werte in der Erziehung und Bildung eintreten? Wie gelingt Abgrenzung ohne Ausgrenzung?
Sebastian Ramnitz stellte sein BWA-Modell für gelingende Kommunikation vor. Eine häufige Erfahrung ist, dass in Diskussionen und beim Austausch von Argumenten - und seien sie noch so gut begründet - keine Akzeptanz zu erreichen ist und sich bald ein Gefühl der Ohnmacht einstellt. Es kann keine Verbindung zum Gegenüber entstehen. Gespräche, die etwas bewirken können, entstehen auf der Ebene von persönlichen Werten, die im Laufe der Sozialisation vermittelt worden sind. Verbindung entsteht demnach, wenn die Gesprächshaltung auf Interesse statt Argumentation und Verstehen statt "verändern wollen" basiert. Das ist herausfordernd, besonders wenn die jeweiligen Standpunkte sehr weit auseinanderliegen. Doch auch hinter Handlungsstrategien, die Kritik oder Ablehnung hervorrufen, steht der Wunsch, persönliche Werte zu verwirklichen. Wenn es darüber Klarheit gibt, kann es ein Gespräch über Handlungsalternativen geben. Fachkräfte brauchen dabei eine reflektierte und klare Haltung zu eigenen Werten und persönlichen Grenzen.
Die Online-Fachgespräche werden von der Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung organisiert und durchgeführt, gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung.

