Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) hat die Daten der Schuleingangsuntersuchungen des Einschulungsjahrgangs 2025 veröffentlicht. Zwar zeigt sich, dass die Anzahl übergewichtiger Kinder im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozentpunkte auf 10,7 % gestiegen ist, andere Untersuchungen deuten jedoch möglicherweise auf eine leichte Abkehr vom Negativtrend der Vorjahre hin: So sind von Defiziten beim Hörvermögen 8,9 % der Kinder (2024: 9,6) und bei der Feinmotorik 9,7 % (2024: 9,9) betroffen. Die Daten zeigen, dass besonders Kinder aus Familien mit niedrigem und mittlerem Bildungsgrad entwicklungsauffällig sind. Gesundheitsminister Dr. Philippi und NLGA-Präsident Dr. Feil setzen sich für mehr Chancengleichheit ein.
Der niedersächsische Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi betont, wie wichtig Prävention in diesem Zusammenhang ist: "Der Bildungshintergrund der Eltern beeinflusst maßgeblich, mit welchen Chancen ein Kind in die schulische Laufbahn startet. Eine gute gesundheitliche Entwicklung im Kindesalter erleichtert den Anschluss im Bildungssystem. Ein wichtiger Baustein sind hier die U-Untersuchungen. Alle Eltern sollten mit ihren Kindern dieses Angebot nutzen. Denn gerade bei Problemen im Seh- und Hörvermögen gilt: Je früher wir handeln, desto besser."
Laut NLGA-Präsident Dr. Fabian Feil schließen die Untersuchungen eine Lücke im Gesundheitssystem: "Mit den Schuleingangsuntersuchungen kommen auch Kinder mit ärztlichem Personal in Kontakt, die aufgrund ihres sozialen Hintergrunds einen erschwerten Zugang zum Gesundheitssystem haben. Defizite können so frühzeitig erkannt werden. Im nächsten Schritt kann gemeinsam mit den Eltern ermittelt werden, welche Förder- und Unterstützungsangebote sinnvoll sind. Aus diesem Grund sind die Schuleingangsuntersuchungen so wichtig für die Entwicklung und Chancengleichheit jedes einzelnen Kindes."
Bei den einzuschulenden Kindern aus Familien mit niedrigem Bildungshintergrund zeigen 28 % Sprachauffälligkeiten, bei Kindern mit hohem Bildungshintergrund sind es hingegen 16 %. Damit setzt sich der seit Jahren beobachtete leichte Abwärtstrend weiter fort. Detailliertere Auswertungen zeigen demnach, dass der Migrationshintergrund insbesondere bei Kindern mit hohem Bildungshintergrund mit Sprachauffälligkeiten zusammenhängt. Bei Kindern aus Familien mit mittlerem oder niedrigem Bildungshintergrund hat der Migrationshintergrund dagegen vergleichsweise wenig Bedeutung – stärkeren Einfluss hat hier der Bildungshintergrund.