Etwa die Hälfte aller Menschen in Deutschland leidet im Laufe des Lebens an einer psychischen Erkrankung, darunter auch viele Eltern. Wenn Millionen Erwachsene psychische Gesundheitsprobleme haben, hat das Folgen für die Versorgung und das Aufwachsen der Kinder. Oft herrscht in den Familien Sprechverbot und die Kinder befinden sich in Loyalitätskonflikten. Manchmal müssen sie sich auch um ihre erkrankten Eltern kümmern und Aufgaben von Erwachsenen übernehmen. Das verunsichert Kinder: Sie fühlen sich schuldig und allein gelassen. Darum brauchen sie besonders viel Verständnis, Hilfe und Unterstützung, um ihr Leben gut zu meistern.
Das Präventionsprogramm "Unsere 'verrückten' Familien!" von Irrsinnig Menschlich e. V. macht psychische Erkrankungen altersgerecht besprechbar, baut Stigmatisierung ab und fördert Resilienz und Hilfesuchverhalten von Grundschulkindern. Herzstück sind Schultage für Klasse drei und vier. Mithilfe eines Wimmelbilds werfen die Kinder spielerisch einen Blick in das Familienleben von Kindern psychisch erkrankter Eltern und kommen dazu ins Gespräch. Dazu gibt es Fortbildungen für Lehrkräfte, Eltern und weitere Multiplikator:innen.
Nach einer individuellen Schulung setzen Kooperationspartner:innen das Programm selbstständig in ihrem Landkreis oder ihrer kreisfreien Stadt um. Die bei der LVG & AFS angesiedelte Landeskoordination für Niedersachsen unterstützt und begleitet die Standorte dabei.
Die LVG & AFS übernimmt ab sofort die Landeskoordination in Niedersachsen und unterstützt kommunale Kooperationspartner beim Aufbau und der Umsetzung von Programmstandorten. Die Förderung übernehmen die Auridis Stiftung sowie die AOK Niedersachsen.
