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Projekt Wechseljahre: niedrigschwellige Informationen für Frauen, Hebammen und Ärzt:innen

Neun Millionen Frauen sind in Deutschland in den Wechseljahren, doch oft wird das Thema tabuisiert. Die Wechseljahre sind geprägt durch körperliche und seelische Veränderungen, darüber gesprochen wird selten. Der Hebammenverband Niedersachsen hat nun ein Projekt gestartet, das Hebammen, Ärzt:innen und vor allem Frauen im Rahmen mehrerer kostenloser Online-Ver­an­staltungen helfen will, einen ersten Zugang zu finden. Das "Projekt Wechseljahre" läuft vom 1. Juni 2026 bis zum 31. Mai 2027.

Dr. Katrin Schaudig, Präsidentin der Deutschen Menopause Gesellschaft, benennt einen Grund für dieses Tabu: Durch das Ausbleiben der Regelblutung finde der erste "Point of no Return" im Leben statt und sei ein erstes Zeichen unserer Endlichkeit. Ein Problem dabei ist, dass das Älterwerden in unserer Gesellschaft kritisch betrachtet wird, obwohl es ganz natürlich ist. Ein neuer Umgang mit dieser Lebensphase ist notwendig.

Ein Drittel der Frauen erlebt keine Symptome in den Wechseljahren, das zweite Drittel erlebt leichte Symptome und das letzte Drittel der Frauen erfährt sehr deutliche Symptome. Während Hitzewallungen als Symptom der Wechseljahre bekannt sind, werden die meisten Symptome nicht primär zugeordnet. Oft erleben Frauen mindestens ein Symptom, das sie einschränkt: Blähbauch, Gelenkschmerzen, unregelmäßigen Zyklus (früher, später, schwächer, stärker), …

Niedrigschwellige Informationen für Frauen 
Das Projekt Wechseljahre soll den Betroffenen in Niedersachsen eine Möglichkeit geben, über ihre Wechseljahre zu sprechen und sich sachlich über das Thema und bei Bedarf über mögliche Therapien zu informieren – ohne sich durch die Flut der Werbung von Produkten arbeiten zu müssen. Sie sollen bestärkt und als die Expert:innen für ihren eigenen Körper behandelt werden. Es wird Angebote für Frauen wie Vorträge, Onlinefragerunden für Frauen aus Niedersachsen an Gynäkolog:innen, Austauschgruppen geben.

Fortbildungen und interprofessionelle Vernetzung für Fachkräfte
Frauen bekommen ihre Kinder mitunter gegen Ende ihrer fruchtbaren Lebensphase und erleben den direkten Übergang vom Wochenbett in die Wechseljahre. Damit Hebammen dies erkennen und die Frauen informieren können, bedarf es der sachkundigen Befassung mit dem Thema. In Italien beispielsweise gehört es zur professionellen Tätigkeit von Hebammen, reproduktive und geschlechtsspezifische Bedürfnisse zu erkennen und die Betreuung, Beratung, Aufklärung und Begleitung entsprechend den sich wandelnden Anforderungen in den verschiedenen Lebensphasen der Frau anzupassen. Dazu zählt auch die Gesundheitserziehung für Frauen in den Wechseljahren. Für Hebammen soll es dazu entsprechende Fortbildungen geben. Gleichzeitig wird in Gesprächsrunden mit Gynäkolog:innen, sowie gemeinsam entwickeltem Informations­material die interprofessionelle Vernetzung gefördert.

Veranstaltungen

Bisher geplant sind folgende Online-Termine. Alle Vorträge werden als Fortbildung bei der Ärztekammer Nds. angemeldet.

Offen für alle:

  • Vortrag "Vom Wochenbett in die Wechseljahre": 14.07.2026, 8.30 bis 10.00 Uhr, Zur Anmeldung
  • Vortrag "Zyklus, Auswirkung auf Wechseljahre": 04.08.2026, 16.00 bis 17.30 Uhr, Zur Anmeldung

beide mit Karen Lang, Hebamme, Coachin für Frauen und Speakerin zum Thema Wechseljahre

Geplant für die Folgemonate:

  • Vortrag "Was können Hormone und Hormonersatztherapie"
  • Vortrag zu Ernährung
  • Vortrag zu Bewegung
  • Vortrag Schlaf / Stress
  • Vortrag Sexualität und Selbstverwaltung
  • Offener Austausch (4 Termine)

Für Fachpersonal

  • Vortrag "Multidimensionaler Blick"
  • Vortrag "Differenzialdiagnose (Schilddrüse)"
  • Gesprächsrunden für Hebammen und Gynäkolg:innen

Quelle: Niedersächsischer Hebammenverband, 01.06.2026, hebammen-niedersachsen.de