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Neues Rahmenmodell für die zielgerichtete Förderung von Grundkompetenzen in Kitas

Kinder, die früh einen Sinn für Zahlen und Mengen, für Sprache und das gemeinsame Lösen von Problemen entwickeln, haben bessere Voraus­setzungen für ihren weiteren Bildungsweg. Wie Kinder­tages­einrichtungen diese Fähigkeiten noch gezielter und systematischer fördern können, zeigt ein neues Rahmen­modell, das UNICEF im Auftrag des Nieder­säch­sischen Kultus­ministeriums entwickelt hat. Die Ergebnisse des durch die Europäische Union geförderten Projekts wurden bei einer Abschluss­veranstaltung in Hannover vorgestellt.  

Das zentrale Projektergebnis ist ein praxisnahes Rahmenmodell zur Stärkung der pädagogischen Qualität in der elementaren Bildung. Es zeigt auf, wie pädagogische Fachkräfte Lern- und Bildungs­um­gebungen im Kita-Alltag bewusst gestalten können, um alle Kinder wirksam beim Erwerb sprachlicher, mathematischer und sozial-emotionaler Kompetenzen zu unterstützen. Das Rahmenmodell unterstützt pädagogische Fachkräfte dabei, Kinder im Kita-Alltag noch gezielter beim Lernen und in ihrer Entwicklung zu begleiten. Gleichzeitig hilft es ihnen, die eigene pädagogische Arbeit regelmäßig zu reflektieren und weiterzuentwickeln. So trägt das Modell dazu bei, die Qualität der frühkindlichen Bildung nachhaltig zu stärken und Kindern von Anfang an gute Chancen für ihren weiteren Bildungsweg zu eröffnen.

Das Niedersächsische Kultusministerium hatte 2023 über das Technische Unter­stützungs­instrument der Europäischen Union (Technical Support Instrument, TSI) erfolgreich die Finanzierung und Umsetzung des Projekts eingeworben. Das TSI ist das zentrale Instrument der Europäischen Kommission zur Unterstützung von Reform­vorhaben in den Mitglied­staaten. Im Auftrag der Europäischen Kommission hat UNICEF von August 2024 bis September 2026 das Rahmenmodell zur Stärkung der pädagogischen Qualität im Elementar­bereich erarbeitet. Grundlage waren Analysen zur Förderung von Grundkompetenzen in niedersächsischen Kindertageseinrichtungen sowie die Auswertung erfolgreicher Ansätze aus anderen europäischen Ländern.

Der Prozess wurde von Vertreterinnen und Vertretern des Landes, kommunaler und freier Kita-Träger, Grundschulen, Wissenschaft sowie der Aus- und Weiterbildung begleitet. Besonderer Wert wurde darauf gelegt, internationale Erfahrungen mit den bewährten Ansätzen der frühkindlichen Bildung in Niedersachsen zu verbinden. Impulse aus Ländern wie Großbritannien und Estland, in denen Bildungsstandards im Elementarbereich eine wichtige Rolle spielen, flossen in die Entwicklung ein. Gleichzeitig wurde das Modell so ausgestaltet, dass die kindzentrierte und ganzheitliche Ausrichtung der frühkindlichen Bildung in Niedersachsen erhalten bleibt und weiter gestärkt wird.

Gemeinsam mit 13 Kindertageseinrichtungen wurde die Praxistauglichkeit des Rahmenmodells erprobt. Die Pilotierung wurde im Auftrag von UNICEF von der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Die Erkenntnisse aus der Erprobungsphase sind in die finale Fassung des Rahmenmodells eingeflossen.

Das Rahmenmodell unterstützt pädagogische Fach- und Leitungskräfte dabei, hochwertige Lern- und Bildungserfahrungen für Kinder zu gestalten. Es vermittelt Wissen über die Entwicklung und das Lernen von Kindern im Kindergartenalter, bietet Orientierung für die pädagogische Arbeit und stärkt den Blick auf die individuellen Stärken, Interessen und Bedürfnisse jedes Kindes. Damit erhalten die Fachkräfte ein konkretes Instrument, um Bildungsprozesse gezielt zu begleiten und Kinder bestmöglich in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Kultus-Staatssekretär Stephan Ertner betont: "In den ersten Lebensjahren werden die Grundlagen für erfolgreiches Lernen gelegt. Das neue Rahmenmodell unterstützt pädagogische Fachkräfte dabei, Kinder in Kinder­tages­einrich­tungen noch gezielter beim Erwerb von Sprache, mathema­tischem Verständnis und sozialen Kompetenzen zu begleiten. Es verbindet wissen­schaft­liche Erkenntnisse mit den Erfahrungen aus der Praxis und stärkt damit die Bildungs­chancen von Kindern von Anfang an. Mein Dank gilt der Europäischen Kommission, UNICEF sowie allen Partnerinnen und Partnern, die dieses wichtige Projekt mit großem Engagement begleitet haben."

Judit Rozsa, geschäftsführende Generaldirektorin bei der Taskforce "Reformen und Investitionen" der Europäischen Kommission, sagt: "Wir freuen uns, dass wir Niedersachsen durch das technische Unterstützungsinstrument bei der Stärkung der pädagogischen Qualität und Wirkung in der Bildung und Erziehung im Elementarbereich unterstützen konnten. Das Projekt zeigt, wie evidenzbasierte Reformen dazu beitragen können, Kindern eine starke Grundlage für lebenslanges Lernen zu eröffnen."

Octavian Bivol, stellvertretender Regionaldirektor von UNICEF ECARO, ergänzt: "Das Projekt hat Empirie und Fachexpertise zusammengebracht, um Bildung in der frühen Kindheit zu stärken und allen Kindern den besten Start in ihr Leben zu ermöglichen. UNICEF ist überzeugt, dass mit dem Rahmenmodell eine gute Grundlage für die Weiterentwicklung der elementaren Bildung in Niedersachsen geschaffen wurde."

Im Rahmen der heutigen Abschlussveranstaltung wurden das Rahmenmodell sowie Empfehlungen für die weitere Umsetzung in Niedersachsen vorgestellt und diskutiert. Staatssekretär Stephan Ertner lotete mit Mitgliedern des Projektbeirats die Möglichkeiten von Land, Kommunen, Trägern und Kindertageseinrichtungen aus, den Empfehlungen zu folgen und sich weiter für die Stärkung der pädagogischen Qualität im Elementarbereich zu engagieren.

Hintergrund:
Das Technische Unterstützungsinstrument (TSI) ist das zentrale Instrument der Europäischen Kommission zur Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Konzipierung und Umsetzung von Reformen. Es begleitet Vorhaben in unterschiedlichen Politikfeldern, darunter Bildung, Digitalisierung, Gesundheitsversorgung und öffentliche Verwaltung.

Mit der erfolgreichen TSI-Bewerbung hat Niedersachsen die Möglichkeit erhalten, gemeinsam mit der Europäischen Kommission und UNICEF einen wissenschaftlich fundierten Ansatz zur Förderung von Grundkompetenzen in der frühen Bildung zu entwickeln. Ziel des Projekts war es, Kinder bereits vor dem Schuleintritt bestmöglich zu unterstützen und so die Grundlage für erfolgreiche Bildungswege und mehr Chancengerechtigkeit zu stärken.

Informationen (in Englisch) zum TSI-Projekt finden Sie auf der Website der Europäischen Kommission: reforms-investments.ec.europa.eu

Die Dokumentation der Projektergebnisse finden Sie auf der Website von UNICEF - Die PDF-Dateien stehen auch in Deutsch zur Verfügung: www.unicef.org

Quelle: Nds. Kultusministerium, 04.09.2026, www.mk.niedersachsen.de