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Landeshauptstadt Hannover verschärft Schutz im Jugendamt

Frühere Risikoanalysen, Notfallknöpfe und mehr Zusammenarbeit mit der Polizei: Nach der Gewalttat von Stade mit sechs Todesopfern baut die Landeshauptstadt Hannover den Schutz für Mitarbeitende im Jugendamt aus.

Die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen sollen teilweise bereits in den kommenden Tagen greifen. Jugend-, Familien- und Sportdezernentin Susanne Blasberg-Bense stellte das verschärfte Sicherheitskonzept am 6. Juli 2026 gemeinsam mit dem Fachbereichsleiter Jugend und Familie, Gunnar Czimczik, sowie dem Leiter des Kommunalen Sozialdienstes (KSD), René Seiser, vor.

Nach Angaben der Stadt waren viele Bausteine des Schutzkonzepts bereits in Planung. Nach der Gewalttat von Stade würden sie nun beschleunigt umgesetzt. Ziel sei es, Beschäftigte besser zu schützen, ohne dass das Jugendamt seinen niedrigschwelligen und vertrauensvollen Charakter verliere.

Hintergrund
Am 29. Juni 2026 wurden in einer einer Mutter-Kind-Wohngruppe in Stade sechs Personen getötet. Ein 45 Jahre alter Tatverdächtiger soll dort vier Frauen und zwei Männer erschossen haben. Drei der Opfer arbeiteten in der Jugendhilfeeinrichtung, drei weitere waren Mitarbeiter:innen des Jugendamtes der Region Hannover, die sich zu einem Hilfeplangespräch vor Ort befanden. Thema des Hilfeplangesprächs war der weitere Umgang mit der drei Monate alte Tochter des Verdächtigen. Laut Recherchen von NDR war der Tat ein Rechtsstreit über den Umgang mit der Tochter vorangegangen. Der mutmaß­liche Schütze wurde kurze Zeit später gefasst. Das Amtsgericht Stade hat Haftbefehl wegen sechsfachen Mordes gegen den 45-Jährigen erlassen.

Die Betroffenheit ist groß - in Stade und Hannover gab es Gedenkfeiern zu Ehren der Opfer. Ministerpräsident Olaf Lies hielt eine Ansprache bei der Andacht für die Opfer in der St.-Wilhadi Kirche in Stade. Auch in Hannover gab es ein Gedenken für die drei getöteten Mitarbeiter:innen des Jugendamts der Region Hannover. 

Die Region Hannover hat einen Krisenstab eingerichtet, der in erster Linie dazu dient, seelsorgerische Hilfe für die Mitarbeitenden der Region Hannover zu organisieren. "Die Mitarbeitenden der Kinder- und Jugendhilfe setzen sich täglich mit großem Engagement, hoher Professionalität und Menschlichkeit für den Schutz von Kindern und Jugendlichen ein und begleiten Familien in oftmals sehr belastenden Lebenssituationen. Dass Kolleginnen und Kollegen bei der Ausübung ihrer verantwortungsvollen Aufgabe ihr Leben verlieren, macht uns fassungslos. Viele unserer Mitarbeitenden trauern und stehen unter dem Eindruck dieser schrecklichen Tat. Sie in dieser Situation zu begleiten und zu unterstützen, hat für uns höchste Priorität." heißt es in einer Mitteilung.

Quellen  und weitere Informationen: NDR, 07.07.2026, www.ndr.de, Landeshauptstadt Hannover, Region Hannover, www.hannover.de und NDR, www.ndr.de