In Deutschland müssen jedes Jahr rund zwei Millionen Kinder nach einem Unfall ärztlich behandelt werden. Überraschenderweise ereignen sich die meisten dieser Unfälle aber nicht auf dem Spielplatz oder im Straßenverkehr, sondern in den eigenen vier Wänden. Diese Gefahr wird von vielen Eltern unterschätzt. Anlässlich des Kindersicherheitstags am 10. Juni und auf der Grundlage aktueller Umfragedaten haben die BAG Mehr Sicherheit für Kinder und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) einen kostenlosen Kinderunfall-Check entwickelt.
In Deutschland müssen jedes Jahr rund zwei Millionen Kinder nach einem Unfall ärztlich behandelt werden. Überraschenderweise ereignen sich die meisten dieser Unfälle aber nicht auf dem Spielplatz oder im Straßenverkehr, sondern in den eigenen vier Wänden. Diese Gefahr wird von vielen Eltern unterschätzt. Laut einer aktuellen YouGov-Befragung im Auftrag des GDV wissen nur 34 % der Eltern von Kindern unter 13 Jahren, dass das Zuhause der häufigste Unfallort ist. Gleichzeitig schätzen 65 % der Befragten ihr Zuhause als sicher ein. "Viele Eltern sind nicht sorglos, aber zwischen Risikobewusstsein und konkretem Handeln klafft eine Lücke", erklärt Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des GDV. "Fast die Hälfte der Eltern sieht Verbrennungen am Herd als relevantes Risiko, aber nur 29 % haben einen Herdschutz installiert."
Prof. Dr. Stefanie Märzheuser, Präsidentin der BAG Mehr Sicherheit für Kinder, betont: "Viele Eltern schätzen ihr Zuhause als sicher ein, dennoch passieren die meisten Kinderunfälle nach wie vor dort. Gerade bei jüngeren Kindern ist es wichtig, Risiken im Alltag vorausschauend zu minimieren und die Umgebung aus der Perspektive des Kindes zu betrachten. Schon kleine Veränderungen können das Unfallrisiko deutlich senken."
Risiken sind bekannt – Schutzmaßnahmen fehlen oft
Viele Eltern nehmen Risiken im Haushalt durchaus wahr, setzen Schutzmaßnahmen aber nicht konsequent um. Fast die Hälfte der Eltern schätzt das Verbrennungsrisiko am Herd als mittel bis hoch ein, doch nur 29 % haben einen Herdschutz installiert. 60 % sehen ein Sturzrisiko durch Treppen oder kippende Möbel, aber nur 33 % haben große Möbel gesichert. Auch andere Schutzmaßnahmen bleiben lückenhaft: 59 % der Eltern haben Putzmittel und Medikamente kindersicher verstaut, aber nur 38 % nutzen rutschfeste Matten im Bad, 37 % haben ein Treppengitter installiert und 34 % verwahren Knopfzellen und Batterien sicher. "Die Studie zeigt kein Desinteresse, sondern ein Aufschiebeverhalten", sagt Käfer-Rohrbach. "Viele Eltern wissen, was sinnvoll wäre, setzen es im Alltag aber nicht sofort um."
Kinderunfall-Check: 90 Sekunden für mehr Sicherheit
Um Eltern bei der Einschätzung von Risiken im Alltag zu unterstützen, haben der GDV und die BAG Mehr Sicherheit für Kinder den Kinderunfall-Check entwickelt. Das kostenlose Online-Tool richtet sich an Eltern von Kindern bis 13 Jahren und umfasst bis zu zwölf Fragen. Es zeigt, welche Schutzmaßnahmen bereits umgesetzt sind und wo Sicherheitslücken bestehen. Der Check soll einen konkreten Anstoß geben, denn Wissen allein schützt nicht. Die Befragung macht deutlich: Kindersicherheit scheitert häufig nicht am fehlenden Problembewusstsein, sondern daran, dass Schutzmaßnahmen im Alltag aufgeschoben werden. Zum Kinderunfall-Check: www.kinderunfall-check.de
Weitere Vorsorgelücken: Notfälle und Schwimmen
Auch beim Verhalten in Notfällen zeigt die Befragung Verbesserungsbedarf. Nur 37 % der Eltern haben mit ihrem Kind konkret Notfallsituation besprochen und für den Notfall geübt. 29 % haben das Absetzen eines Notrufs mit den Kindern nicht eingeübt.
Zur Umfrage
Die Befragung wurde im Mai 2026 von YouGov im Auftrag des GDV durchgeführt. Befragt wurden 1.027 Eltern, darunter 800 Eltern mit Kindern unter 13 Jahren. Die Erhebung wurde quotiert und die Ergebnisse gewichtet. Die Befragten setzen sich repräsentativ nach der Anzahl der Kinder im Haushalt sowie Region zusammen.
