Weiter zum Inhalt

Niedersächsischer KinderHabenRechtePreis 2022 verliehen

Das Sozialministerium und der Niedersächsische Kinderschutzbund haben drei besondere Projekte für Kinder­rechte mit dem KinderHabenRechtePreis 2022 ausgezeichnet. Mit dem KinderHabenRechte­Preis werden unter dem Motto "Ich kenne meine Rechte" jährlich pädagogische Einrichtungen, Organisationen und Vereine sowie Kitas und Schulen geehrt, die sich besonders um Kinderrechte verdient machen. Der Preis ist mit insgesamt 9.000 Euro dotiert. Er wird in drei gleichberechtigten Kategorien mit jeweils 3.000 Euro verliehen.

Bei der Preisverleihung am 17. September 2022 in Hannover lobte die Schirmherrin Daniela Behrens, Niedersäch­sische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung: "In Niedersachsen werden Kinderrechte ganz groß geschrieben. Mit dem KinderHabenRechte­Preis wollen wir auf die Wichtigkeit von Kinderschutz und Kinder­rechten aufmerksam machen. Besonders wichtig war in diesem Jahr die Auszeichnung der Bewerbungen, die direkt von jungen, engagierten Menschen eingereicht wurden. Bei so vielen spannenden Projekten ist die Auswahl der Preisträger immer wieder eine Herausforderung für die Jury."

Die Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes Niedersachsen, Daniela Rump hob auch anlässlich des Weltkindertags am 20. September hervor: "Kinderrechte sind keine bloße Formsache! Sie bedeuten, Kinder als vollwertige Persönlichkeiten öffentlich zu respektieren – mit allen Rechten auf freie Entfaltung, Bildung, Förderung und Teilhabe! Wir danken allen, die sich dafür stark machen."

Die Preisverleihung in Hannover wurde begleitet durch ein buntes Rahmenprogramm des Kinderzirkus Giovanni.

Die Preisträger 2022

Kategorie Jugend
Unabhängiges Jugendzentrum KOMPLEX Schüttorf e.V.: Jugendbeirat
Selbst Verantwortung zu übernehmen und einen eigenen Entscheidungsspielraum zu gestalten: das beschreibt Ziel und Motivation der Jugendlichen im KOMPLEX Jugendzentrum in Schüttorf, die einen Jugendbeirat gegründet haben. Damit vertreten sie die Meinungen und Wünsche der Besucherinnen und Besucher und gestalten im Austausch mit Vorstand und Team die Angebote des Hauses aktiv mit.  Denn Interessen und Bedürfnisse von Jugendlichen wandeln sich. Damit ein Jugendzentrum attraktiv ist und bleibt, ist es notwendig, Angebote innovativ und veränderbar zu gestalten. Wer kann das besser als die Jugendlichen selbst?

Entscheidend ist, dass das Recht auf Beteiligung inzwischen zum Profil des Jugendzentrums gehört. Der Jugend­beirat fungiert als zusätz­liches Gremium und Sprachrohr der Kinder und Jugendlichen und ist in die Struktur des Trägervereins eingebaut worden. Diese konse­quente Beteiligung von Jugendlichen in einem kontinuierlichen Prozess trägt maßgeblich und langfristig dazu bei, dass die unter­schied­lichen Gruppen und auch Generationen einen Ort haben, mit dem sie sich identifizieren und an dem sie sich selbstbestimmt weiter­ent­wickeln können. Dass die Jugendlichen selbst ihre Bewerbung eingereicht haben unterstreicht dies.

Kategorie Kultur
Kunstschule miraculum und MachMitMuseum Aurich: Multimediales Bühnenstück Kinderrechte

Es ist für jedes Kind und jeden Jugendlichen wichtig, dazu zu gehören und sich als Teil einer Gemeinschaft zu empfinden. Die Möglich­keiten gesellschaftlicher Teilhabe auch an kulturellen Angeboten spielt dabei eine wichtige Rolle, denn auch das ist ein Kinderrecht. Mit diesem theaterpädagogischen Angebot sind Grundschul­kinder in Aurich ermutigt worden, ihre eigenen Erfahrungen, Sorgen und Wünsche auszudrücken. In einem begleiteten kreativen Prozess konnten sie ihr Empfinden aktiv darstellen und vor anderen zu präsentieren. Zu erleben, dass die eigenen Bedürfnisse und Anliegen in der Gruppe ausgetauscht und wichtig genommen werden, stärkt das Selbstwert­gefühl. Es vermittelt die Sicherheit, etwas bewirken zu können. Inzwischen ist das selbst erarbeitete Stück bereits vor einem Publikum dargestellt und filmisch dokumentiert worden.

Dieses kulturelle Bildungsangebot ermöglicht die persönliche Auseinandersetzung mit den Kinderrechten und erzeugt gleichzeitig ein gemeinsames Erleben. Durch die gezielte Kooperation mit einer Grundschule im Brennpunkt trägt es dazu bei, dass 30 Kinder erreicht wurden, die sonst nicht unbedingt von kulturellen Angeboten profitieren.

Kategorie Kita  
AWO Kita Am Weferlings Weg: Kinderrechte Projektkalender

Diese Kita hat sich nachhaltig auf den Weg der Kinderrechte gemacht. Die Kinderrechte im Kitaalltag zu leben gehört inzwischen bei den meisten Einrichtungen zum erklärten pädagogischen Standart und das ist sehr gut so. Doch hier wird noch ein wenig mehr unternommen, denn zum einen sollen die Kinder verinnerlichen, dass sie einen Anspruch auf ihre Rechte haben. Zum anderen soll diese Botschaft in die Umwelt kommuniziert werden. Schließlich geht das auch Eltern, Großeltern, Nachbarn und die gesamte Gemeinde an.

Das Team und die Kinder haben sich intensiv mit ihren Rechten auseinandergesetzt. Es wurden und werden vielfältige Aktionen unter­nommen wie die Gestaltung eines Kinderrechte -Projektkalenders, einem regen Schriftverkehr mit dem Träger und ganz besonders sind die Sprechblasen zum Kinderrechterundgang zu nennen, mit denen die Kita optisch sehr einprägsam für die Umgebung sogar von außen geschmückt worden ist. Sie haben (be)greifbare und alltagstaugliche Produkte entwickelt, mit dem sie die Kinderrechte nach außen weitertragen. Mit der Aktion ist hohe öffentliche Aufmerksamkeit erzielt worden, sie ist praktisch sehr gut anwendbar und kann hervor­ragend als Inspiration für andere pädagogische Einrichtungen wirken.

Die Jury gratuliert herzlich allen Preisträgern.

In der Jury 2022 sind:

  • Für das Niedersächsische Sozialministerium: Britta Lock
  • Als Expertin: Tanja Rusack Dozentin für Kinderschutz an der Uni Hildesheim und Vorstandsmitglied des Kinder­schutz­bundes Niedersachsen
  • Vom Niedersächsischen Landesschülerrat: Malte Kern
  • Für den Jugendrat des Kinderschutzbundes Niedersachsen: Ismail Giannattasio

Hintergrundinformation
Seit dem 5. April 1992 gilt in Deutschland die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen. 193 Länder haben diese Übereinkunft über die Rechte der Kinder mittlerweile unterzeichnet, sie gilt damit für nahezu zwei Milliarden Kinder der Erde! Die Kinderrechtskonvention enthält eigenständige Grundrechte der Kinder und signalisiert so, dass nicht nur Erwachsenen, sondern auch Kindern mit Respekt zu begegnen ist. Für das tägliche Leben heißt dies, dass alle Kinder in ihren Belangen, mit ihren Interessen und Bedürfnissen wahr­ge­nommen werden sollen. Kinder brauchen ein gesellschaftliches Klima, in dem sie willkommen sind und sich anerkannt fühlen können.

Seit 2008 loben das Land Niedersachsen und der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Niedersachsen den Niedersächsischen KinderHabenRechtePreis aus. Damit sollen die Kinderrechte, die das Land Nieder­sachsen 2009 in seine Landesverfassung aufgenommen hat, bekannt gemacht werden sowie Initiativen, die sich für die Rechte von Kindern einsetzen, als Best-Practice-Beispiele verbreitet werden

Quelle: Pressemitteilung Niedersächsisches Sozialministerium und Kinderschutzbund Landesverband Niedersachsen, 17.09.2022