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Anträge auf Elterngeld können jetzt online ausgefüllt werden

Niedersachsen geht einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung der Verwaltungsleistungen. Ab sofort wird die Beantragung von Elterngeld einfacher: Niedersächsische Bürgerinnen und Bürger haben nun die Möglichkeit, Elterngeldanträge auch online auf der bundesweiten Plattform www.elterngeld-digital.de auszufüllen. Die Eltern werden durch einen digitalen Assistenten bei Fragen unterstützt und die Antragsstellung wird so erleichtert. Bisher nehmen neun Bundesländer am Angebot "ElterngeldDigital" teil.

"Frischgebackene Eltern stehen vor vielen Herausforderungen", betont der Staatssekretär im Niedersächsischen Sozial- und Familienministerium, Heiger Scholz. "Sie brauchen Zeit für den Nachwuchs, nicht für Bürokratie. Deshalb haben wir den Zugang zum Elterngeld deutlich erleichtert. Nebenbei profitiert auch die Elterngeldstelle, wenn Anträge bereits korrekt ausgefüllt ankommen und aufwendige Nachfragen entfallen."

Digitaler Antragsassistent
Der digitale Antragsassistent führt Schritt für Schritt durch das niedersächsische Antragsformular, hilft bei Fragen rund um das Elterngeld und prüft, ob die eingegebenen Daten valide sind. Die zuständige Elterngeldstelle wird automatisch anhand der Eingabe der Postleitzahl ermittelt. Nach Eingabe der Daten muss der Antrag nur noch ausgedruckt, unterschrieben und an die Elterngeldstelle gesendet werden. Bis Ende des Jahres soll auch die elektronische Übermittlung möglich sein.

Das Land Niedersachsen hat den Antragsassistenten in Kooperation mit insgesamt sieben Kommunen und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend an die niedersächsischen Anforderungen angepasst. Das Projekt "ElterngeldDigital" ist Teil der bundesweiten Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG), das die Digitalisierung wesentlicher Verwaltungsleistungen bis Ende 2022 vorsieht. Der digitale Antragsprozess und die notwendige technische Infrastruktur werden in diesem Jahr noch weiterentwickelt.

Der IT-Bevollmächtigte der Niedersächsischen Landesregierung, Chief Information Officer (CIO) Dr. Horst Baier, sagt: "Das ElterngeldDigital ist ein wichtiger Baustein zur digitalen Abwicklung von Behördenangelegenheiten. Das Land Niedersachsen wird in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen in den nächsten Monaten weitere Onlinedienste zur Verfügung stellen und damit den Service für Bürgerinnen und Bürger verbessern. Die Onlineangebote für öffentliche Leistungen werden die Beantragung erleichtern und die Bearbeitungszeiten verkürzen. Nach dem geplanten nächsten Schritt soll der Gang auf das Rathaus oder zum Postkasten in Zukunft ganz entfallen."

Zum Hintergrund
Aus dem Corona-Konjunkturprogramm "Corona-Folgen bekämpfen, Wohlstand sichern, Zukunftsfähigkeit stärken" hat die Bundesregierung für die beschleunigte Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes Finanzmittel in Höhe von insgesamt drei Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. 575 Verwaltungsdienstleistungen wurden in 14 Themenfelder unterteilt, die insgesamt 35 Lebens- und 17 Unternehmenslagen abbilden. Die einzelnen Themenfelder bilden die Grundlage für die arbeitsteilige Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes. Mindestens ein Bundesland und ein zuständiges Bundesressort haben als Vertragspartner die Federführung einzelner Themenfelder inne, an denen auch kommunale Partner und gegebenenfalls weitere Länder beteiligt sind. In der Folge hat der Bund entschieden, im Themenfeld "Familie und Kind", zu dem auch das Elterngeld gehört, "ElterngeldDigital" als für alle Bundesländer nachnutzbare digitale Lösung mit Konjunkturpaketmitteln weiterzuentwickeln. Ziel ist die Umsetzung des papierlosen Elterngeldantrags bis Ende 2022. Die hierzu erforderliche elektronische Antragsübermittlung wird derzeit in Bremen erprobt.